Erste Hilfe für Erntehelfer

 

Australien ist schön, Australien ist groß und Australien ist teuer...Viel zu schnell schrumpft das Portemonnaie bei all den tollen Möglichkeiten auf ein Minimum zusammen. Aber zum Glück gibt es ja die "Working Holidays", mit denen man sich das Tauchen am Great Barrier Reef erschwinglich machen, sein Taschengeld aufbessern oder einfach nur Erfahrungen beim Arbeiten sammeln kann. Und es gibt nur ein paar kleine Schritte, die man beachten sollte:

 

1.Voraussetzungen

No visa, no work! Wer vorhat während seines Australienauenthalts zu arbeiten, braucht definitiv ein Work- and- Travel- Visum. Dieses beantragt man am besten schon ein paar Wochen vor Abreise zu Hause vom Rechner aus. Und auch in Australien gibt es die liebe Bürokratie: Wer arbeitet, zahlt auch Steuern! Es ist sehr sinnvoll, ein Steuernummer (TFN=Tax File Number) zu beantragen, korrekte Arbeitgeber lassen einen ohne gar nicht erst beginnen. Vorsicht: Wer keine TFN hat, wird mit der höchsten Rate besteuert! (s.a. "Working holiday- Überlegungen und Organisation) 

2.Arbeitssuche

Wer sucht, der findet! Ein weiser Spruch, der besonders auf die Erntezeit in Australien zutrifft. Generell gibt es das gesamte Jahr über ganz Oz verteilt Jobs. Wenn man nicht Obst oder Gemüse erntet, kann man diese verpacken oder auch Weinreben beschneiden oder Bäume ausdünnen für die nächste Saison... Ein guter Tipp ist es immer, sich mit anderen Backpackern kurzzuschließen, um von deren (positiven oder negativen) Erfahrungen zu profitieren oder Adressen auszutauschen. Ansonsten gibt es einen kostenlosen Vermittlungsservice der Regierung (auch telefonisch) und einige (auch kostenlose) Jobzentren, die weiterhelfen. Und natürlich macht es einen guten Eindruck, selbst bei Farmen vorstellig zu werden.

3.Vor Arbeitsbeginn

Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten! Bevor man sich kopflos in die Arbeit stürzt, sollte man zumindest die wichtigsten Dinge mit der Jobagentur oder dem Arbeitgeber absprechen, um böse Überraschungen zu vermeiden:

a. Wie sehen meine Arbeitsbeginungen aus?

b. Wie viele Arbeitsstunden hat ein Tag?

c. Wie werde ich bezahlt und wieviel kriege ich?

4.Unterkunft

"And I've been sleeping like a dog..." Manchmal ist es möglich, mit seinem eigenen Zelt oder Auto direkt auf der Farm zu übernachten. Einige Hostels bieten ihren Gästen einen Chauffeur- Service an, der sie morgens zur Arbeit bringt und abends wieder einsammelt. Im Allgemeinen gilt hier wie überall: Wo Geld verdient wird, kann auch welches ausgegeben werden! Soll heißen: Wo viele Farmen sind, existieren auch Hostels oder Campingplätze (unbedingt nach "weekly rates" fragen, ist so gut wie immer günstiger!).

5.Die Arbeit an sich

"It's been a hard day's night"...Harte Tage werden kommen und derer ihnen einige folgen, denn meistens beginnt der Arbeitstag früh am Morgen und endet spät am Tag. Arbeitet man als Packer, muss man sich auch auf Spät- und Nachtschichten einstellen, da die Ernte möglichst frisch weiterverarbeitet werden muss. Oft bewegt man sich den gesamten Tag kniend, gebeugt oder Leitern besteigend über das Feld. In Fabriken muss man teilweise stundenlang ununter-brochen sitzen oder stehen...Man sollte also in guter körperlicher Verfassung sein und im Hinterkopf behalten, dass Erntehilfe -in welcher Form auch immer- sehr ermüdend und einschläfernd sein kann! Nicht zuletzt, da viele Arbeitsplätze unter freiem Himmel liegen und man den Launen des Wetters hilflos ausgeliefert ist...

6. Geld

Der achte Wochentag: Payday! In der Regel kriegt man sein Geld wöchentlich, egal, ob man pro Stunde oder  pro "abgelieferter Ware" bezahlt wird. Meistens bewegen sich die Sätze um den Mindestlohn, aber keine Sorge, die Orte,an denen man arbeitet, sind meist so klein, dass sich Geld ausgeben eh nicht lohnt (außer für die elementaren Dinge des Lebens natürlich) und man sich für die Weiterreise einen Großteil des hart erarbeiteten Verdients zurücklegen kann!

 

Und wenn es nicht geht, geht es nicht! Keiner nimmt es einem übel, wenn man den Job schmeißt, weil er zu hart oder anstrengend ist, solange, wie man ehrlich ist!

Good Luck!

Linda Duschinski