Reisebericht Mackay - Eine australische Kleinstadt ohne Backpacker!

Reisebericht – Mackay

 

Reisebericht – Mackay - Eine australische Kleinstadt ohne Backpacker!

Mackay (ca. 70.000 Einwohner), 1000 km nördlich von Brisbane in mitten von endlosen Feldern von Zuckerrohr gelegen, ist nicht die typische Backpacker Stadt.

Die wenigsten machen sich die Mühe hier anzuhalten auf dem Weg von und nach Airlie Beach (ca. 120 km weiter nördlich). Das ist einerseits verständlich, da es in der Stadt wirklich nicht viel zu sehen gibt, andererseits gut für die, die ein wenig der Backpackerindustrie aus dem Weg zu gehen versuchen.

Die Stadt an sich hat man ziemlich schnell erkundet. Einmal die Victoria St. (hier befinden sich die meisten Shops, Banken, etc.) rauf und runter marschiert, einen Abstecher zur Town Hall, zum Queen’s Park und – wer ein Auto hat – zur Marina zeigen einem so ziemlich alles was es in der Stadt zu sehen gibt. Die Farleigh Sugar Mill bietet noch Touren an, allerdings nur in der Saison und sie befindet sich ca. 9 km außerhalb der Stadt.

Das Nachtleben spielt sich in erster Linie in der Gegend um die Victoria, Wood und Sydney St ab. Auch hier gilt, wie überall in Australien, man sollte man sich auf keine Öffnungszeiten verlassen und einkalkulieren, dass das gewählte Restaurant einfach nicht auf oder die Küche im Pub an diesem Tag schon zu hat.

Zuviel darf man aber sowieso nicht erwarten, da das Ziel der meist hart arbeitenden Bevölkerung aus der Umgebung ist, möglichst schnell möglichst heftig betrunken zu werden. Das ändert aber nichts daran, dass man mit Flip Flops nicht in die Disko kommt, auch wenn man der einzige ist, der noch stehen kann.

Spätestens nach so einem Abend ist man ganz froh, dass man sich auf den schachbrettartig angelegten breiten Straßen nicht so leicht verlaufen kann und dass das einzige Hostel der Stadt – Larrikin Lodge YHA – nur 10 min Fußweg vom Stadtzentrum entfernt ist.

Das Hostel selbst ist recht klein, aber sauber und sehr ruhig. Privatsphäre ist allerdings Fehlanzeige: die Schlafsäle für 10 Leute im Doppelstockbett sind nicht abschließbar und die ‚Schließfächer’ bieten maximal Platz für den Reisepass, wenn man ihn faltet…

Die wahren Sehenswürdigkeiten liegen dann auch außerhalb von Mackay: Eungella und Cape Hillsborough Nationalpark.

Der Eungella NP (ca. 50 km westlich von Mackay) ist ein Ansammlung von steilen, regenwaldbewachsenen Hängen und tiefen Tälern, der auf über 52.000 Hektar spektakuläre Aussichten und jede Menge interessanter Walking Tracks bietet. Die Tracks befinden sich in zwei verschiedenen Teilen des Parks: Eungella/Broken River und Finch Hatton Gorge. Gute Karten bekommt man im QPWS Büro in Mackay, der Ranger Station in Broken River oder man holt sich ein paar Anregungen aus dem Internet: http://www.epa.qld.gov.au/projects/park/index.cgi?parkid=95.

Zu erwähnen ist auf jeden Fall die Platypus-viewing platform in Broken River, die einem die Möglichkeit gibt, dass sehr seltene und scheue Schnabeltier in der freien Wildbahn zu beobachten und das s.g. Sky Window, dass einem einen unglaublichen Ausblick über das Tal gewährt.

Das erinnert zugegebener Maßen schon ein wenig an die Alpen, wenn da nicht die riesigen Palmen, Farne, und die bunteste Mischung an Vögeln um einen herum wären. Im Städtchen Eungella selbst sollte man noch im Hideaway Cafe vorbeischauen. Der Apfelstrudel und der Ausblick sind wirklich gut und auch wenn die Kunst im Vorgarten nicht jedermanns Sache sein wird, sind die aus Holz gefertigten Möbel im Cafe echt sehenswert.

Wer es noch ein wenig ausgefallener mag, kann eine Nacht im Platypus Bush Camp verbringen. Auf der Straße nach Finn Hatton Gorge gelegen, bietet es Open-Air- einfach-alles: Camping, Küche, Hütten, Duschen, Toiletten. Das wirklich reizvolle ist die Lage inmitten tropischen Regenwaldes an einem glasklaren Bergfluss, der einen die Chance gibt Schnabeltiere zu sehen bzw. ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Das sollte man auch tun, da der Rest des Camps für den gemeinen Städter doch einen gewissen Grad an Überwindung kostet. Es gibt keinen Strom, heißes Wasser für die Duschen nur, wenn gerade geheizt wurde und man teilt sich das Camp mit allem was da im Wald rum kriecht und springt. Ist nicht jedermanns Sache aber auf jeden Fall eine Erfahrung.

Cape Hillsborough (http://www.epa.qld.gov.au/projects/park/index.cgi?parkid=44) liegt ca. 30 km nördlich von Mackay und bietet einen tollen Kontrast zwischen weiten Stränden und bewaldeten Bergen. Mit etwas Glück kann man hier Kängurus am Strand sehen. An einer ruhigen Bucht mit einem wunderschönen Strand gelegen, befindet sich das Tourist Resort, dass von Motel bis Campsite alles direkt hinter den Dünen zu bieten hat. Die verschiedenen Walking Tracks führen durch Mangrovenwälder und bieten wirklich schöne Ausblicke auf die Küste und das Meer. Weiterhin kann man während der Ebbe auf eine vorgelagerte Insel wandern. In den Ferien und an Feiertagen sollte man den Park meiden, da auch den Australiern dieses Fleckchen nicht unbekannt ist.

Ellen Meissner