Stopover Dubai

Ein Emirat im Schnelldurchlauf

Nach monatelanger Planung beginnt in der Nacht des 30. Septembers 2005, genaugenommen um 22.55 Uhr am Münchner Flughafen meine große Reise.

Die Reise zu meinem eigentlichen Ziel Australien beginnt zunächst mit einem 2-tägigen Zwischenstop in Dubai. Durch ein ungeahnt glückliches Händchen bei der Buchung bezahlt mir die Fluggesellschaft Emirates ein Hotel für zwei Nächte und so nehme ich mit, was ohnehin auf dem Weg liegt.

Al Muraqqabat - Dieses Viertel sehe ich von meinem Hotelzimmer ausAm nächsten Morgen erreiche ich das heiße und etwas staubige Dubai. Welche Temperaturen hier wirklich herrschen, werde ich erst viel später erfahren. Zunächst führt mich ein Parcours mit mehreren Stationen durch das Flughafengebäude: welcome-Schalter des Reiseveranstalters, Passkontrolle und Visum und schließlich der Treffpunkt für den Transfer zum Hotel. Dort erwartet mich als erstes ein Frühstück und anschließend mein Zimmer. Für einen Backpacker ein ungewohnter Luxus.

Danach beschließe ich zu Fuß etwas die Umgebung zu erkundschaften und mache mich auf den Weg. An der Hoteltür erwartet mich eine Überraschung. Kaum hinausgetreten, komme ich  mir vor wie gegen eine Wand gelaufen. Erstens ist es einfach heiß und zweitens herrscht hier eine Luftfeuchtigkeit, wie ich sie noch nie erlebt habe. Nach wenigen hundert Metern wird mir klar warum die Menschen hier für praktisch jede Strecke ein Taxi nehmen. Bei diesen klimatischen Bedingungen ist es fast unmöglich längere Strecken zu Fuß zurück zu legen. Mein Abenteuer endet nach der Flucht in die nächste klimatisierte Shopping-Mall mit dem direkten Weg zurück ins Hotel.

Um trotzdem etwas von der Stadt zu sehen, überwinde ich meine Abneigung gegen größere Touristengruppen und buche für den Nachmittag eine Stadtrundfahrt mit einem klimatisierten Bus. Da ich bei den ersten bin, die der Sightseeing-Bus einsammelt, bekomme ich noch eine zweistündige Gratisrundfahrt zu den verschiedensten Hotels der Gegend dazu bevor wir dann die eigentlichen Ziele unserer Fahrt ansteuern.

Das Hotel Burj Al Arab an Dubais KüsteBurj Al Arab
Ehrlich gesagt fand ich es nicht so besonders aufregend. Aber wenn man schon mal in Dubai ist, sollte man es doch gesehen haben. Schließlich fragt hinterher zuhause ja doch jeder ob man da auch war.

Die Jumeirah MoscheeJumeirah Mosque
Eine sehr schöne Moschee und die einzigste, in die Nicht-Moslems an bestimmten Tagen hinein dürfen. Wir hatten leider Pech, denn an unserem Tag war sie leider geschlossen.

Bastakiya
Ein restauriertes altes Viertel das für mein Gefühl aber hart an einer Disneyland-Atmosphäre vorbeischrammt. Trotzdem eine Gelegenheit um vielleicht ein wenig zu erahnen, wie Dubai noch vor wenigen Jahrzehnten ausgesehen hat.

Creek
Dieser Meeresarm prägt Dubai ganz eindeutig. Er teilt die Stadt in die zwei Hälften Deira und Bur Dubai. Von der einen Seite zur anderen kommt man entweder über eine Brücke, durch den Tunnel oder am besten mit einem Wassertaxi, das hier Abra heißt.

Hölzerne Dhaus auf dem Creek
Dhaus
Neben den Abras prägen diese traditionellen hölzernen Frachtschiffe den Creek. Einige dienen bis heute ihrem ursprünglichen Zweck, dem Frachttransport, viele müssen aber auch als abendliche Touristenattraktion herhalten.

Al Fahidi Fort
So eine Art Stadtmuseum in einen alten restaurierten Fort. Hierfür gilt das gleiche wie für das Bastakiya-Viertel.

Ein vollbesetztes Abra auf dem CreekAbra
Eine Fahrt mit einem dieser abenteuerlichen Wassertaxis gehört zu einem Aufenthalt in Dubai einfach dazu. Ein leichtes Unwohlsein wegen der fehlenden Reeling inbegriffen. Dafür darf man beim Aussteigen über 5 andere Abras drüberklettern (das erklärt wiederum die fehlende Reeling).

Souqs
Auf diesen Märkten bekommt man je nach Fachrichtung einfach alles. Wie besuchen auf unserem Rundgang den Gewürz-Souq und den Gold-Souq. Auf letztgenanntem soll sich angeblich die größte Menge verarbeitetes Gold weltweit befinden. Ein Besuch auf einem dieser Märkte lohnt auf jeden Fall. Allerdings sollte man seine Tasche im Auge behalten und sich daran gewöhnen, dass einem ständig irgendjemand was andrehen will. Ach ja und ohne Feilschen geht gar nichts (das fand ich etwas anstrengend).

Nach diesem umfangreichen Programm geht es in umgekehrter Hotelreihenfolge wieder zurück, das heißt ich darf all die tollen Hotels nochmals anschauen. Geschafft von so vielen Eindrücken mache ich mich noch auf die Suche nach etwas Essbarem. In der Straße, in der mein Hotel liegt, werde ich fündig. Ein bunter Laden mit einem gemischten Sortiment aus arabischen, indischen und europäischen Produkten hat auch für mich was dabei. Einer Dose Frischkäse, deren arabische Aufschrift ich nicht lesen kann. Ein paar Cracker, deren indische Aufschrift ich ebenfalls nicht lesen kann. Schließlich noch ein Päckchen ganz banale Prinzenkekse, von denen ich weiß, was ich zu erwarten habe, kehren mit mir ins Hotel zurück. Dort schlafe ich nach meiner kulinarischen Weltreise wie ein Stein.